Arbeiter-und-Bauern-Fakultät II Halle /
Institut zur Vorbereitung auf das Auslandsstudium (IVA)

gegründet im Herbst 1954,
wäre im Oktober 2004 fünfzig geworden

Stand: 22.08.2005


Die Einrichtung der Arbeiter- und Bauern-Fakultäten (ABF) in der DDR war ein pädagogisches und soziales Großexperiment. Könnte die Beschäftigung damit im Pisa-Zeitalter auf heute übertragbare Erkenntnisse zutage bringen? Nicht nur arrivierte SED-Auslesekader sind voll überschwänglichen Lobes. Aber waren die ABF wirklich Anstalten, die Mut machten, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, an denen es eher zuviel Demokratie als zuwenig gegeben hat, eine Einrichtungen lediglich zur sozial gerechten Gegenprivilegierung der Bildung, die gar einen „kritischen Geist“ prägten und die von den westlichen „Siegern“ ungerecht beurteilt werden, wie es heute verklärt wird?

Zum 50. Gründungsjahr der "Sonder-ABF Halle II mit verstärktem Russisch-Unterricht", wie man sie anfangs nannte, sind Ausarbeitungen von Karl-Adolf Zech erschienen, die diese Fragen betrachten:

die Gründung der ABF II 1954, das "Tauwetter" nach dem XX. Parteitag der KPdSU und die sich anschließende Einschüchterungsperiode "Kampf dem Revisionismus" an der ABF II, die Flucht des Gründungsdirektors Wokittel in den Westen, die vorübergehend andere Aufgabenstellung der ABF II, der wachsende Einfluss des MfS auf Dozenten und Studenten, der Kampf gegen äußere, "fremde" Einflüsse, die panische Angst vor und der Kampf gegen Westbeziehungen und Westmedien, die MfS-Operation gegen den Sport- und Geschichtsdozenten Dr. Wolfgang "Hase" Schulz 1983/84 und die "feindlich-negativ" genannte Dozentengruppe "um Schulz", der "politisch schädliche", "illegale" "Club der Freunde des Farnesammelns", Panik-Attacken beim Auftauchen einer Bibel, Maßnahmen beim Tragen einer Halskette mit Kreuzchen, die Lenkung von Aufnahme, Delegierung, Studienfach und Studienort durch das MfS, vom MfS beauftragte Disziplinarverfahren gegen Studenten, Maßnahmen bei "politischer Untergrundtätigkeit" von Studenten, die nach Umweltschutz in Bitterfeld fragten u.a.

Kurzform der verkürzten Kurzfassung                                                    
 

Die Beiträge sind erschienen in folgenden Medien:
 



"... nicht nur ein Förderinstitut", Sachbeiträge 33 der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Sachsen-Anhalt, Oktober 2004

Präsentation der Landesbeauftragten:
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Die Broschüre ist vergriffen.
Der PDF-File kann heruntergeladen werden




"Klassenauftrag Auslandsstudium",
Deutschland Archiv 37(2004),5,  pp. 854-863,


 

                     siehe auch: 
 


DA-Cover


 

"Lange Arme, junge Köpfe",
Horch und Guck 47 (3/2004) pp. 14-28,
Okt. 2004

Bestellung über
horch-und-guck@buergerkomitee.org
(gegen Rechnung, € 6,10 inkl. Versand)

Heftschwerpunkt: DDR-Schulkonflikte
 





Die Mitteldeutschen Zeitung brachte am 2. Oktober 2004 eine Erinnerung an die ABF-Gründung von Jan Wätzold auf der "Blick"-Seite.
 




Das Neue Deutschland erinnerte in seiner Ausgabe vom 1. Oktober an die Hallenser "Eliteschmiede".
 




 



 

 


Eine Darstellung der fachlichen Bildungsarbeit der ABF II durch ehemalige Führungskräfte fand man bis 12/2004 unter: www.abf-halle.de .
Sie war allerdings sehr unkritisch und lässt politischen Aspekte völlig außer Acht.
Kritik und Selbstkritik, Genossen!
Sie berichtete auch vom Jubiläumstreffen der Dozenten am 2.10.04 in der Schnellerstr. von Halle.
 

Viel genutzt war die von ehemaligen ABF-Studenten gehaltene Seite  http://www.abf-iva.de/  mit Forum, Gästebuch und Adress-Datenbank
Nach längerem Verschwinden existiert sie nun wieder.

   

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